Jurybegründung
Nadeshda

Ein Stadtteil fernab des Wohlstands oder gar Glamours, der Nadeshda heißt. Nadeshda bedeutet Hoffnung. Doch davon gibt es wenig in diesem bulgarischen Quartier, das über-wiegend von Roma bewohnt wird. Die Hoffnungslosigkeit spricht aus Mauern und Gassen, sie hat sich eingenistet in Winkel und Wände. Doch die Menschen wehren sich gegen den Stillstand und die Perspektivlosigkeit. Musik bedeutet ihnen dabei sehr viel.
Die Dokumentarfilmer Anna Frances Ewert und Falk Müller nehmen ihren erzählerischen Faden bei einer Violinen-Lehrerin in Nadeshda auf. Sie zeigen ihre Schüler bei den Übungen, folgen diesen Kindern mit der Kamera immer auf Augenhöhe und bleiben sehr dicht bei deren unmittelbaren Erfahrungen. Eines der Kinder lebt mit seiner Familie notgedrungen in einer Garage, sein Bett ist ein Kissenlager im Kofferraum eines Kombis. Wir erleben eine schwangere Mutter und einen beruflich gut ausgebildeten Vater, die alles daran setzen, endlich ihre eigene Wohnung und ein echtes Zuhause zu bekommen. Beiläufig und doch sehr nah dokumentiert die Kamera mit großem Gefühl für Straßen-Atmosphären und für alltägliche Anstrengungen und Konflikte das Leben und Überleben in Nadeshda, wo auf der Straße bunte Hochzeiten zelebriert werden, wo Kinder um die Häuser toben, wo Vorurteile und Ressentiments offen zur Sprache kommen und wo diese in Ausgrenzung münden, wenn ein Vater kostspielige Abmachungen mit einem Wohnungsvermittler trifft und doch keine Wohnung bekommt. Wie lebt es sich damit, dass die Nachbarschaft Roma mit allen Mitteln aus ihrem Wohnblock fernhält? Durch die dokumentarische Sicht von Anna Frances Ewert und Falk Müller werden wir als Zuschauer zu Begleitern. Zu Begleitern, die nicht verstehen und nicht akzeptieren, dass man einer Familie so etwas Essentielles wie eine eigene Wohnung verwehrt.

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