Menschenrechte aktiv wahren

Auf der Flucht vor Zwangsheirat, hinter Gittern wegen der "falschen" Meinung, in der Textilfabrik von Kindesbeinen an: Verstöße gegen die Menschenrechte ereignen sich täglich und überall auf der Welt. Menschenrechte sind eines der höchsten Güter der Demokratie. Sie sind aber auch ein Gut, das selbst im 21. Jahrhundert nicht selbstverständlich ist. Auch über 65 Jahre nach Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind wir immer noch davon entfernt, dass sie weltweite Akzeptanz gefunden haben. Menschenrechtsverletzungen sind nicht nur in Schwellenländern und Entwicklungsländer außerhalb Europas zu beobachten – auch Menschen, die in demokratischen Rechtsstaaten leben, sind nicht vor ihnen geschützt. Das zeigen uns auch die vergangenen und aktuellen Konflikte in Europa und der Welt. Es wird deutlich, wie schnell ein Konflikt eskalieren kann, wie fragil Frieden, Demokratie und unsere Grundwerte sind.

Die Missachtung von Menschenrechten passiert auch tagtäglich im Alltag: Etwa wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Sexualität, Herkunft oder Behinderung diskriminiert werden. Die Aufgabe der politischen Bildung ist es, immer wieder neu die Zivilgesellschaft zu aktivieren, sich mit gegenseitigem Respekt zu begegnen und die Vielfalt unserer Gesellschaft weiterzutragen: Denn auch in einem demokratischen Rechtsstaat ist der Einsatz jedes Einzelnen für die Einhaltung und Wahrung der Menschenrechte entscheidend. Es zählt zu unserer Aufgabe, auf Verstöße aufmerksam zu machen und uns mit dafür einzusetzen, dass die Rechte jedes Einzelnen aktiv gewahrt werden. Jeden Tag und in jeder Situation. Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist eine wichtige Anerkennung für ein solches Engagement.

Unsere Rezeption wird heute immer visueller und Bewegtbilder werden auch in der politischen Bildung zur Vermittlung von Inhalten und Informationen immer wichtiger. Filme packen uns emotional und berühren uns, sie erreichen uns und vor allem junge Menschen so direkt wie kein anderes Medium. Filme und Bilder sagen uns mehr als etwa blanke Zahlen und Fakten. Wenn wir das Gesicht der Frau sehen, die von der Flucht vor ihrer Zwangsheirat erzählt, oder wenn wir dem Filmteam folgen können, denen einen politischer Häftling im Gefängnis berichtet, wie jegliche Opposition in seinem Land unterdrückt wird: Dann verstehen wir auf eine direkte Art und Weise, was es heißt, wenn Menschenrechte durch Gruppen, Einzelpersonen oder auch dem Staat mit Füßen getreten und verletzt werden. Aus diesem Grund ist die mutige Arbeit der Filmemacherinnen und -macher, die mit dem Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet werden, so wichtig und unterstützenswert. Die Einbettung ihrer Filme in den Unterricht mit jungen Menschen macht ihre Arbeit nachhaltig. Der Filmpreis setzt ein fortwährendes Zeichen für die Einhaltung und den Schutz unserer Menschenrechte.

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks (Foto: Ulf Dahl/bpb)

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