Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit

Die Autoren des Grundgesetzes haben nach dem Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945 versucht, diese Einsicht in Verfassungsartikel zu übersetzen. Das Bekenntnis zur Unantastbarkeit der Menschenwürde, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Kommunikationsgrundrechte waren eine Antwort auf die Entartung des Rechts im Nationalsozialismus und die in diesem Schatten arbeitende Vernichtungsmaschinerie. Die Grundrechte – vorne an die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit – geben den Menschen in der Bundesrepublik die Mittel in die Hand, sich für die Wirksamkeit der Menschenrechte einzusetzen. Der im Grundgesetz verbriefte Katalog der Menschen- und Bürgerrechte schafft für sich allein noch keine humanistische Tradition. Auch die beste Verfassung ist auf die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger angewiesen, Verantwortung für eine menschenwürdige Gesellschaft zu übernehmen.

Ein politisch denkendes und handelndes Bürgertum ist kein Glücksfall. Es bedarf immer wieder besonderer Impulse, um die Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Probleme zu lenken und politisches Engagement zu stiften. Hier kommt dem Film eine besondere Bedeutung zu. Diese Kunstform ist wie kaum eine andere geeignet, kritikwürdige gesellschaftliche Sachverhalte bloßzulegen und Defizite im Schutz der Menschenrechte aufzuzeigen. Mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis sollen diese Problemanzeigen nicht nur ausgezeichnet werden. Der Preis will vor allem künstlerische Initiativen anregen, die Konflikte und Notlagen Einzelner vor dem Hintergrund der Menschenrechte thematisieren. Gedacht ist an Filmprojekte, die einen Schritt von der politischen Programmatik zur Praxis vollziehen und die Menschenrechte mit Leben erfüllen. Gewünscht sind inspirierte und inspirierende Filme, die das republikanische Publikum in das politische Geschehen einbeziehen.

Prof. Dr. Jutta Limbach,Präsidentin des Bundesverfassungsgericht a.D., Ehemalige Präsidentin des Goethe-Instituts

Quick Links

Presse | Newsletter | Impressum

Interviews Preisverleihung

Heidi Specogna
Preisträgerin Langfilm
zum Interview

Alexander Bühler
Preisträgerin „Magazinbeitrag“
zum Interview

Arkadij Khaet
Preisträger „Bildung“
zum Interview

Manuela Bastian,
Preisträgerin "Hochschule"
zum Interview

Sonja Elena Schroeder,
Preisträgerin "Amateure"
zum Interview

Prof. Dr. Dr. hc Heribert Prantl,
Gastredner
zum Interview