Iris Berben

Mit der Kraft der Bilder gegen das Verschweigen und Vergessen

© picture alliance/MalteChristians Ich glaube, dass es nur wenige Wörter gibt, die eine solche Kraft, Bedeutung und Reichweite haben wie „Menschenrechte“. Was aber oft schnell dahingesagt wird, ohne sich der wahren Dimension bewusst zu sein, ist zugleich zerbrechlich – im wahrsten Sinne des Wortes verletzbar. Davon lesen, hören und sehen wir fast täglich.

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Wer aber angreifbar und verletzlich ist, kann und muss Schutz durch Öffentlichkeit erfahren. Roberto Saviano, der seit Jahren das System Mafia in seinen Büchern aufbrechen will, oder der iranische Filmemacher Jafar Panahi, den das Regime in Teheran mit 20 Jahren Berufsverbot belegt hat, würden noch weitaus gefährlicher leben, wenn sich nicht die Öffentlichkeit als unsichtbares aber wirkungsvolles Schutzschild vor ihnen aufbauen würde.

Menschenrechte werden tagtäglich verletzt. Diejenigen, die sie schützen wollen und für ihre Achtung unermüdlich kämpfen, sind schutzlos, wenn wir sie nicht schützen. Das gelingt beispielsweise durch Texte oder Bilder zum Thema Menschenrechte, denen wir medial Gehör verschaffen – gegen das Verschweigen, gegen das Vergessen, gegen das Vertuschen – für die Wahrung der Menschenrechte.

In diesem Sinne gebührt dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis Anerkennung. Zum einen gibt er Filmen ein Forum, die es im gängigen Mainstream der Medien schwer haben. Sie sind thematisch eben oft keine „leichte Kost“ – erfordern meist Hintergrundwissen, Haltung und nicht zuletzt Empathie. Aber wir alle wissen: Filme müssen gesehen werden, um zu wirken. Insofern ist der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ein wirkungs-volles Forum. Zugleich erfüllt sich mit der Einreichung, der Nominierung und am Ende gar der Preisvergabe das eingangs erwähnte Credo. Die Filmemacher, die dahinter stehenden Redaktionen, Auftraggeber und Sender werden ins Licht des öffentlichen Interesses gerückt. Sie erfahren Anerkennung, Wertschätzung und die Zuversicht, neue Projekte zum Thema Menschenrechte realisieren zu können.

Mich ganz persönlich freut es, dass regelmäßig ein „Bildungspreis“ ausgelobt wird und damit die Anliegen und das Werk der Macher Eingang in die Schulen findet. Dafür mein herzlicher Dank – verbunden mit den besten Wünschen für die nächsten Jahre.


Iris Berben, Schauspielerin, Präsidentin Deutsche Filmakademie e. V., Berlin

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