Jurybegründung:
Reise ohne Rückkehr - Endstation Frankfurter Flughafen
Die „Rückführungsrichtlinie“ der EU von 2008 schreibt vor, dass Abschiebungen- mit "verhältnismäßigen" Maßnahmen, die nicht "über die Grenzen des Vertretbaren hinausgehen" durchgeführt werden müssen. Die Menschenwürde und die körperliche Unversehrtheit der Ausreisepflichtigen „sollen berücksichtigt“ werden.
In der Realität, wenn es um Einzelschicksale geht, ist das nicht immer der Fall. Güclü Yaman nimmt sich in „Reise ohne Rückkehr – Endstation Frankfurter Flughafen“ dieser Praxis europäischer Vereinbarungen an - der Abschiebehaft und der Abschiebung unschuldiger Flüchtlinge.
Mit der Präzision eines Uhrwerks und der Unausweichlichkeit einer klassischen Tragödie vollzieht Güclü Yaman in seinem Film einen Fall von 1999 vor, die Abschiebung des Flüchtlings Aamir Ageeb , die mit dessen Erstickungstod im Flugzeug endete.
Yaman verzichtet auf ein schlichtes Schwarz-Weiß-Schema der Charaktere. Keine Sadisten sind auf Seiten der Vollzugsbeamten am Werk, sondern ganz normale Beamte, die einfach ihrem Job nachgehen.
In Form einer fast sachlichen Verfilmung eines Protokolls schildert der Film Unerträgliches. Dabei ist es der dramaturgischen Klarheit, der gelungenen Schauspielerführung und einer großen Direktheit zu verdanken, dass einem der Film immer mehr unter die Haut geht. Die Verzweiflung des Flüchtlings, die kalte, hilflose Routine der Beamten und das Wegschauen der Passagiere vermittelt der Film auf authentische und glaubwürdige Weise.
Wir bleiben mit unserem Unbehagen zurück und dem Wissen, dass das immer noch passiert.














