Kategorie Profifilm

Do the Right Thing
Sebastian Mez, Jochen Cholin; Dokumentarfilm; 60 Min.; ZDFinfo
Die Reise durch Texas beginnt bei einem Radiosender in Livingston. Die Familie eines Mannes, der kurz vor der Hinrichtung steht, will letzte Grüße durch den Äther schicken. Ausgehend von diesem Abschied lässt der Film Angehörige von Opfern und Tätern, Gefängnisbedienstete und andere Beteiligte zu Wort kommen und versucht herauszufinden, warum die Todesstrafe so fest in der texanischen Gesellschaft verankert ist.

 

Fair Trade
Michael Dreher; Kurzspielfilm; 15 Min.; kfw

Der kürzeste Weg und gleichzeitig die klarste Grenze zwischen der so genannten Dritten Welt und den Industrienationen Europas ist die Straße von Gibraltar. »Fair Trade« ist eine der Geschichten, die dort jeden Tag statt finden. 

 

Im Schatten des Bösen
Susanne Babila; Dokumentarfilm; 59 Min.; SWR
Die Filmemacherin und ihr Team waren im Sommer 2007 insgesamt sechs Wochen im Nordosten des Kongo und haben vor allem mit Frauen gesprochen, denn diese leiden am schlimmsten unter der Terrorherrschaft von ruandischen Rebellen und kongolesischen Banditen.
In Afrika ist Vergewaltigung ein Tabuthema. Nur die sprechen, die nichts mehr zu verlieren haben. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat in den letzten vier Jahren 16.000 Opfer registriert. Die Dunkelziffer ist aber weitaus höher, denn „wenn eine Frau sich vorwagt und registrieren lässt, dann muss es sich schon um einen schweren Fall handeln, der dringend behandelt werden muss,“ erklärt die im Kongo geborene Menschenrechtlerin Christine Schuler-Deschryver. In dem Film „Im Schatten des Bösen“ halten die Autorin Susanne Babila und ihr Kameramann Jürgen Killenberger fest, was die misshandelten Frauen von ihren schrecklichen Erlebnissen erzählen.

 

Neun Finger, keine Papiere
Carsten Rau, Hauke Wendler; Dokumentarfilm; 44 Min.; SWR

Am 20. April 2006 hat Mitko seinen rechten Zeigefinger verloren, bei einem Arbeitsunfall im Hamburger Hafen. Doch niemand holte für Mitko einen Krankenwagen, weil der Chef Angst hatte, seine Geschäfte könnten auffliegen. Denn Mitko ist ein illegaler Einwanderer: Einer, der für vier Euro die Stunde Container packt, ohne Ansprüche zu stellen.

 

Prestes Maia
Jonas Ginter, Levin Peter, Marla Fee Wilke; Dokumentarfilm, 52 Min.; ZDF

Mitten im Zentrum der größten Stadt Brasiliens steht das Bollwerk der Unterschicht - „Prestes Maia“, das größte besetzte Haus Lateinamerikas mit 468 Familien auf 22 Stockwerken, 1379 Bewohnern und 1379 Geschichten. Einer von ihnen ist Lamartine Brasiliano. „Prestes Maia ist ein Aufschrei nach Freiheit “, sagt der kleine drahtige Mann, der als Wasserverkäufer an einer Ampelkreuzung das Geld für sich und seine siebenköpfige Familie verdient. „Wir sind arm, aber wir existieren“, sagt der Familienvater kämpferisch. Und das Symbol des Kampfes ist “Prestes Maia”. Beeindruckt von der brasilianischen Radikalität und der Kraft dieses Aktionsbündnisses begleiten Levin Peter, Jonas Ginter und Albrecht Schuch drei ehemals Obdachlose bei ihrem aktuellen Kampf um Wohnraum. Suchen Eckpunkte für die Erschaffung eines humanistischen Koordinatensystems, das in einer marktwirtschaftlich globalen Welt nicht zu greifen scheint, für dessen Ideale es sich aber zu kämpfen lohnt.

 

Kategorie Kurzfilm/Magazin

Ausgrenzen statt integrieren - Behinderte Kinder in der Schule
Dana Nowak; Magazinbeitrag; 7 Min.; ZDF

Nur jedes achte behinderte Kind besucht in Deutschland eine reguläre Schule. Alle anderen gehen auf Sonderschulen. Dabei profitieren sowohl Behinderte als auch Nicht-Behinderte von integriertem Unterricht, belegen zahlreiche Studien. In Italien, Schweden und Norwegen besuchen fast alle Behinderte Regelschulen.

 

Die Suche nach den Opfern
Wiltrud Kremer; Magazinbeitrag; 5 Min.; ARD

Seit 12 Jahren sucht Esma Palic ihren Mann. Avdo Palic war Kommandant der Bosnischen Armee in der muslimischen Enklave Zepa. Als die Enklave nicht mehr zu halten war, sorgte er für die Evakuierung der Muslime. Obwohl der Serben-General Mladic ihm freies Geleit zusicherte, verschwand Avdo Palic am 27. Juli 1995. Am 4. September wurde er zum letzten Mal gesehen - in einem Serbischen Geheimgefängnis.
Auch wenn Esma Palic die Hoffnung aufgeben hat, ihren Mann lebend zu finden, so will sie wenigstens sein Schicksal aufklären. Und ohne den Fund des Leichnams kann auch kein Strafverfahren gegen die Mörder angestrengt werden.

 

Diplomatie statt Menschlichkeit - Steinmeier, Chinas Minderheiten und Guantanamo
Ralph Hötte, Monika Wagener; Magazinbeitrag; 8 Min.; WDR

Um die chinesische Regierung offenbar nicht zu provozieren, weigert sich Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier, 16 chinesische Staatsbürger aufzunehmen. Sie sind muslimische Uiguren, eine in China unterdrückte Minderheit, die seit sechs Jahren unschuldig im US-Gefangenenlager Guantanamo einsitzen, weil sie als Al-Qaida-Kämpfer galten. Inzwischen wollen die Amerikaner die 16 Inhaftierten freilassen. Menschenrechtsorganisationen und auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Günther Nooke (CDU) baten die Bundesregierung bislang vergeblich, diese Gruppe aufzunehmen, da sie weder in die USA noch nach China kann.
Deutschland beherbergt die größte uigurische Gemaeinde in Europa, die für ihre Landsleute aufkommen würde. Seit mehr als zwei Jahren könnten diese Menschen frei sein.

 

Fluchtpunkt Damaskus - Irakische Künstler im Exil
Christine Thalmann; Magazinbeitrag; 6 Min.; RBB

Wie lebt jemand, der alles verloren hat, der mit leeren Händen in der Fremde angekommen ist, aus der Heimat vertrieben wurde, der weiß, dass er nicht zurückgehen kann, der weiß,  dass es nichts mehr gibt? Allein in Syrien leben mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge, Menschen, die aus dem Irak geflohen sind. Darunter sind auch viele Künstler, die einst in Bagdad zu einer kreativen Metropole werden ließen und in den letzten Jahren von Fundamentalisten aus dem Land getrieben wurden. Titel Thesen Temperamente hat in Damaskus recherchiert, Künstler gesucht. Der Beitrag beschreibt, wie die Exil-Künstler leben, wie sie versuchen, zu überleben. Der Beitrag zeigt die Arbeiten der Künstler und fragt nach dem was gewesen istz und dem was werden wird, den Hoffnungen, die bleiben bis zuletzt.

 

Fragwürdige Partner - Deutschland und der Folterstaat Usbekistan
Marcus Bensmann, Monika Wagener; Magazinbeitrag; 8 Min.; WDR

Tote Journalisten, Massaker und Folter: Usbekistan zählt zu einem der grausamsten Regimes weltweit. Doch Deutschland pflegt gute Beziehungen zu Diktator Islam Karimow. Insbesondere auf militärischem Gebiet arbeiten beide Länder eng zusammen. Der sogenannte kritische Dialog von Außenminister Steinmeier mit dem Regime Karimow hat keine Besserung der Menschenrechtslage in Usbekistan erreicht. Im Geneteil: Folter und Verfolgung von Oppostionellen in dem zentralasiatischen Staat nehmen zu.

 

Italiens harte HandFingerabdrücke für Roma-Kinder
Clemens Riha, Alessandro Allaria; Magazinbeitrag; 6 Min.; 3sat

Silvio Berlusconi macht Ernst. Schon im Wahlkampf hatte er angekündigt, hart gegen Immigranten und illegale Einwanderer vorzugehen. Jetzt startet eine in Europa einmalige Staatskontrolle gegen eine ganze Volksgruppe: Roma und Sinti müssen bei den Behörden Fingerabdrücke abgeben, auch die Kinder der Roma. Klagten Kritiker noch darüber, dass selbst in Italien geborene Romakinder bisher nicht die italienische Staatsbürgerschaft bekommen haben, geschweige denn einen Pass, werden sie jetzt vorzeitig wie Verbrecher behandelt.
Dagegen gibt es auch im Land Widerstand. Prominente wollen aus Solidarität auch ihren Fingerabdruck geben - darunter Andrea Camilleri, Dacia Mariani und der in Italien sehr populäre linksjüdische Musiker Moni Ovagia. Auch mit dem Projekt "Cheja Chelen" wehrt sich Vanja Mancini, eine Tänzerin in Rom, gegen diese Behandlung der vielen Roma in Italien. Sie holt Romakinder von der Straße und bringt ihnen das Tanzen bei. Einladungen nach Deutschland hat sie bereits von Pina Bausch und der Folkwangschule Essen bekommen.

 

Patriot und Deserteur - Die Geschichte des Patrioten und Irak-Krieg-Deserteurs Joshua Key
Dr. Gudula Moritz; Magazinbeitrag; 7 Min.; 3sat

Welche Moral gilt im Krieg? Welche Werte haben Bestand? Die Geschichte von Joshua Key, einem ehemaligen US-Soldaten im Irak-Krieg, erzählt vom mörderischen, Menschen verachtenden Krieg. Key, der als Patriot in den Irak auszog, kehrte als Deserteur zurück und musste mit seiner Familie nach Kanada flüchten. Loslassen kann er trotzdem nicht.

Wie man das Gesicht wahrt - Der Menschenrechtler John KammDr. Gudula Moritz; Magazinbeitrag; 7 Min.; 3satZeitenwende in China: Für Olympia zeigt sich das Land mit scheinbar neuem Gesicht - Imagepflege um jeden Preis. Die Losung heißt Frieden, Harmonie und Perfektion - mit aller Macht. Wer nicht pariert, wird weggesperrt, wie der bekannte Bürgerrechtler Hu Jia. Seine Kritik an der vor-olympischen Harmoniesucht seines Landes ließ er sich nicht verbieten. Das Urteil lautet: dreieinhalb Jahre Gefängnis, in denen er sein Kind nicht sehen wird.Das löst weltweit Empörung aus: "Wenn die chinesische Regierung ihr Image in den USA und Europa aufpolieren möchte, wäre hier sicher eine sehr gute Gelegenheit", sagt John Kamm von der Gefangenen-Hilfsstiftung "Dui Hua". "Sie könnte Hu Jia aus humanitären Gründen aus der Haft entlassen: Er ist schwer krank und leidet an Zirrhose. Man kann also nur hoffen, dass die Regierung irgendwann so weise sein wird, ihm die deutlich besseren Behandlungsmöglichkeiten im Westen zu gestatten."

 

Kategorie Filmhochschule

Am Rande der Hoffnung
Gerd Schneider; Dokumentarfilm; 50 Min.

Im Sommer 2005 ziehen sich die jüdischen Siedler nach 30 Jahren aus dem Gazastreifen zurück. Während alle Welt auf den winzigen Flecken am Mittelmeer blickt, geht das Leben im Westjordanland seinen gewohnten absurden Gang. Ramadan Affanah fängt das tägliche Chaos als Kameramann für den Sender Al-Jazeera ein.

comme tout autre humain
Christiane Schmidt; Dokumentarfilm; 56 Min.

Die besetzte Kirche Saint Boniface in Brüssel. Ein Ort, an dem Menschen ohne Papiere das Wort ergeifen; entschlossen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Rashid und die Familie Bol gehören zu denjenigen, die die Besetzung nach sechs Monaten mit einer einjährigen Aufenthaltsgenehmigung verlassen. Wir begleiten sie bei ihren täglichen ersuchen, die Bedingungen für eine Verlängerung zu erfüllen. Gekreuzte Wege mit Hawa, geflohen mit ihrem Sohn aus der Zwangsehe in Guinea. Sie gibt uns Zeugnis von ihrem Parcours über die Abschiebehaft bis zur Entlassung in die Illegalität. Worte, die uns mit unserer eigenen Gewalt konfrontieren.

 

Roaming Around
Brigitte Maria Bertele; Dokumentarfilm; 53 Min.

„Sodom und Gomorrha“ nennen die Einwohner der Ghananischen Millionenmetropole Accra die Heimat der Gestrandeten, Heimatlosen, Diebe, Zuhälter und Straßenkinder. Eine wilde Siedlung am Rande des Agbogbloshie-Marktes. In Accra wurden aktuell 20.000 Straßenkinder gezählt, die der Perspektivlosigkeit des Dorflebens entflohen sind. Die Schriftstellerin Amma Darko blickt jeden Tag aus ihrem Fenster auf das treiben des Marktes. „Das Phänomen der Straßenkinder“, sagt sie, „ist schlicht und einfach ein Symptom extremer Armut, Korruption, Unterentwicklung, unzeitgemäßer Traditionen, all die Dinge, die unsere Gesellschaft zutiefst prägen. Mit der Zeit ist mir klar geworden, dass hinter jedem Gesicht da draußen auf der Straße eine ganz persönliche Geschichte steht.“ Der Film folgt einigen der Kinder: Emmanuel und Azariah, die unzertrennlich sind und wie Brüder aufeinander achten. Stephen mit der zerfurchten Stirn und nur einem Schuh, Dangerman und seine Gang, bei denen ein kindliches Spiel ganz schnell in einen Kampf umschlagen kann, Justice, der durch seine Schlitzohrigkeit immer bekommt was er will. Durch die Begegnung und Reflexionen von Amma Darko erhalten die Geschichten der Kinder ein universelles Profil, in dem sich literarische Passagen mit der dokumentarischen Beobachtung mischen.

 

Sonbol
Niko Apel; Dokumentarfilm; 57 min.

Sonbol Fatemi ist 35, hat eine eigene Zahnarztpraxis, sie liebt den Rennsport - und sie lebt in ihrem alten Kinderzimmer. Als alleinstehende Frau kann sie sich im Iran nämlich keine Wohnung mieten. Jeden Tag streitet Sonbol mit ihrer Mutter über die Rolle der Frau und ihren Wunsch nach Unabhängigkeit.

 

Tembur
Hannes Treiber; Kurzspielfilm; 7 Min.

Ein kurdischer Immigrant reagiert auf Nähe mit Gewalt.Ungeahnt provoziert seine 11-jährige Tochter ihn, sich seiner traumatischen Vergangenheit zu stellen.

   

Unter Nachbarn, vom Leben mit den Mördern
Steffen Düvel; Dokumentarfilm; 43 Min.

"Nach einem Genozid glaubst du, Blumen würden nie wieder blühen, der See würde nie wieder so still daliegen, die Grillen würden nie wieder fröhlich zirpen. Du glaubst, Schönheit dürfte es nicht mehr geben." Aus: /Ein Leben mehr/ von Esther Mujawayo
Die Erlebnisse der Protagonisten während des Genozids 1994 in Ruanda haben sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Ehemalige Nachbarn, sogar Freunde, traktierten sie und ihre Familien mit Macheten, Knüppeln, Äxten. Es galt, alle Tutsi in Ruanda zu töten. Jeder Hutu war über die Medien aufgefordert, sich zu beteiligen. Sie raubten, vergewaltigten; Töten geriet zum Alltagsgeschäft. Innerhalb 100 Tagen starben ca. 800.000 Menschen, etwa drei Millionen flohen. Kontrollinstanzen, die dem Treiben hätten Einhalt gebieten können, fehlten und die Vereinten Nationen verhielten sich weitgehend untätig.
Heute, 12 Jahre später, verlangt die Regierung von Opfern und Täter ein friedliches Miteinander. Täter sollen um Verzeihung bitten, Opfer verzeihen.
Dieser Film erzählt aus der Perspektive der Opfer, davon, wie sie mit ihren Erinnerungen umgehen und welchen Preis sie heute für ihr Überleben zu zahlen haben.

 

Kategorie Amateurfilm

Die andere Seite
Horst Olrich; Animation; 6 Min.

Der Animationsfilm erzählt vom freudlosen Leben des "armen Würstchens" in einer Welt voll Intolleranz, Demütigung, Bedrohung, Hass und Gewalt und dem Traum vom "besseren Leben" auf der der "anderen Seite".

   

Die Welt zu Gast bei Freunden
Daniel Che Hermann; Dokumentarfilm; 30 Min.

Im Juni 2007 dokumentierten Kamerateams eine Woche lang den vielfältigen Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm. Der Film präsentiert den visuellen Kontrast zwischen der ruhigen mecklenburgischen Landschaft und »dem Zaun« als Symbol der elitären Entfernung der Regierenden vom Volk und dem Globalisierungskampf. Gezeigt werden die verschiedenen Formen des erfolgreichen Protestes und Widerstandes: Demonstrationen, Blockaden, Camps, Gegengipfel, aber auch Polizeiprovokationen und Polizeigewalt. Und natürlich die Clownsarmee, immer in der ersten Linie, mal deeskalierend durch Späße mit der Polizei, mal selbst durch Wasserwerfer weggespült.

Eine Ausnahme...
Adrain Oeser; Dokumentarfilm; 23 Min.

Trude Simonsohn, eine Jüdin aus Tschechien, die Ausschwitz überlebt hat, und Irmgard Heydorn, die in Deutschland Widerstand leistete, sind die Protagonisten dieses Films. Die beiden Freundinnen werden porträtiert mit ihren Geschichten und der sie verbindenden Freundschaft.

   

la lucha sigue - Der Kampf geht weiter
Miriam Fischer, Andres DelCampo; Dokumentarfilm; 28 Min.

Am 12.  Februar 2008 wurde in Colon, Panama, der 28-jährige Bauarbeiter und Gewerkschaftsaktivist Al Iromi Smith von der Polizei erschossen, als er einen ebenfalls angeschossenen Kollegen nach einem Protest ins Krankenhaus bringen wollte. Sein Tod sorgte für einen Aufschrei und tagelange Proteste im ganzen Land. Der Film rekonstruiert die Ereignisse um seine Ermordung, lässt Zeugen und Angehörige zu Wort kommen, zeigt aber auch die Person Iromi und seinen Kampf für soziale Gerechtigkeit, den er als Aktivist der Bauarbeitergewerkschaft Suntracs, als Student und in seiner Gemeinschaft führte. 

  

Oury Jalloh
Simon Jaikiriuma Paetau; Kurzspielfilm; 30 Min.

Oury Jalloh, ein Asylsuchender aus Sierra-Leone, wird einem abgeschiedenen Asylbewerberheim bei Dessau zugewiesen. Permanent konfrontiert mit dem Gefühl, unerwünscht zu sein und keine Möglichkeiten zu haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bestimmen Perspektivlosigkeit und Ohnmacht zunehmend seinen Alltag: Er darf seinen Landkreis nicht verlassen, er darf nicht arbeiten und allmählich beginnt er einen stillen, inneren Kampf gegen staatliche Fremdbestimmung und soziale Ausgrenzung.
Der semi-dokumentarische Kurzfilm ist eine Auseinandersetzung von Asylbewerbern, jungen unabhängigen Filmemachern sowie Oury Jallohs engsten Freunden mit alltäglichen Repressionen gegenüber Flüchtlingen. Der Film knüpft an ein wahres Ereignis an: Oury Jalloh verbrannte am 7. Januar 2005, an Händen und Füßen gefesselt, in einer Dessauer Polizeizelle - auf einer feuerfesten Matratze!
Erst durch die Mobilisierung seiner Freunde kommt der Fall, zwei Jahre später, vor Gericht. Im Sommer 2008, über drei Jahre nach Oury Jallohs Tod, dauert der Prozess noch an. Aus zunächst sechs geplanten Prozesstagen wurden über 50.

 

 

 

Kategorie Bildungspreis

Do the Right Thing
Sebastian Mez, Jochen Cholin; Dokumentarfilm; 60 Min.; ZDFinfo

Die Reise durch Texas beginnt bei einem Radiosender in Livingston. Die Familie eines Mannes, der kurz vor der Hinrichtung steht, will letzte Grüße durch den Äther schicken. Ausgehend von diesem Abschied lässt der Film Angehörige von Opfern und Tätern, Gefängnisbedienstete und andere Beteiligte zu Wort kommen und versucht herauszufinden, warum die Todesstrafe so fest in der texanischen Gesellschaft verankert ist.

 

Kindersklaven
Rebecca Gudisch, Tilo Gummel; Reportage; ;WDR

Getarnt als interessierte Käufer für verschiedene Produkte und ausgerüstet mit versteckten Kameras dringen Reporter in das System der Kindersklaverei ein. Dem WDR-Team gelingen seltene Aufnahmen, zum Beispiel, als einige Kinder ihre Eltern nach Jahren der Sklavenarbeit zum ersten Mal wiedersehen.

  

Neuneinhalb-Spezial: Nahost-Konflikt
Gesa Dankweth, Ute Mattigkeit, Malin Büttner; Dokumantarfilm; 35 Min.; WDR

Gesa Dankwerth hat einen israelischen und einen palästinensischen Teenager besucht. Die Portraits der beiden jungen Menschen und ihrer beiden Familien geben einen Einblick in die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern und in das schwierige Erbe des Nahostkonfliktes.

  

Podestleben
Sandra Budesheim, Sabine Zimmer; Dokumentarfilm, 31 Min.

Der Film zeigt das Leben von Monika, die seit zwölf Jahren auf einem Treppenpodest in einem Berliner Mietshaus lebt. Im Mittelpunkt stehen Interviews der Filmemacherinnen mit Hausbewohnern zu Themen wie Toleranz, Mitgefühl, falsches Mitleid, Hygiene, Zukunft und Klischees. Die Hauptperson selbst zeigt der Film nicht.

   

Roaming Around
Brigitte Maria Bertele; Dokumentarfilm; 53 Min

Der Streifen zeigt das Leben von Monika, die seit zwölf Jahren auf einem Treppenpodest in einem Berliner Mietshaus lebt. Im Mittelpunkt stehen Interviews der Filmemacherinnen mit Hausbewohnern zu Themen wie Toleranz, Mitgefühl, falsches Mitleid, Hygiene, Zukunft und Klischees. Die Hauptperson selbst zeigt der Film nicht.

  

The String Puppet
Alexander Frank; Kurzspielfilm; 5 Min.

Zwei westliche Soldaten retten sich während Kampfhandlungen in einem südlichen Land in ein heruntergekommenes Klassenzimmer. Dort sehen sie sich unvermittelt mit einem bewaffneten Kindersoldaten konfrontiert. Der Versuch, durch eine Marionette mit dem Kind zu kommunizieren, wird zu einem Spiel um Leben und Tod. Bis der Junge seine Waffe sinken lässt…

  

Unter Nachbarn, vom Leben mit den Mördern
Steffen Düvel; Dokumentarfilm; 43 Min.

"Nach einem Genozid glaubst du, Blumen würden nie wieder blühen, der See würde nie wieder so still daliegen, die Grillen würden nie wieder fröhlich zirpen. Du glaubst, Schönheit dürfte es nicht mehr geben." Aus: /Ein Leben mehr/ von Esther Mujawayo
Die Erlebnisse der Protagonisten während des Genozids 1994 in Ruanda haben sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Ehemalige Nachbarn, sogar Freunde, traktierten sie und ihre Familien mit Macheten, Knüppeln, Äxten. Es galt, alle Tutsi in Ruanda zu töten. Jeder Hutu war über die Medien aufgefordert, sich zu beteiligen. Sie raubten, vergewaltigten; Töten geriet zum Alltagsgeschäft. Innerhalb 100 Tagen starben ca. 800.000 Menschen, etwa drei Millionen flohen. Kontrollinstanzen, die dem Treiben hätten Einhalt gebieten können, fehlten und die Vereinten Nationen verhielten sich weitgehend untätig.
Heute, 12 Jahre später, verlangt die Regierung von Opfern und Täter ein friedliches Miteinander. Täter sollen um Verzeihung bitten, Opfer verzeihen.
Dieser Film erzählt aus der Perspektive der Opfer, davon, wie sie mit ihren Erinnerungen umgehen und welchen Preis sie heute für ihr Überleben zu zahlen haben.  

Quick Links

Presse | Newsletter | Impressum

Interviews Preisverleihung

Elisabeth Golzar (Verein "all inclusive")
Preisträgerin „Amateure“
zum Interview

 

 

Behrooz Karamizade,
Preisträger „Bildung“
zum Interview

Caroline Walter,
Preisträgerin „Magazinbeitrag“
zum Interview

Guido Holz,
Preisträger „Kurzfilm“
zum Interview

Claudia Roth,Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags
zum Interview

Thomas Sessner,
Jury
zum Interview

Christoph Süß,
Moderator
zum Interview

Klaus Ploth,
Vertreter Veranstalterkreis
zum Interview