Ulrich Wickert

Ohne Gerechtigkeit kann Freiheit nicht gelingen

© Büro Wickert… und ich will hinzufügen, dass auch Menschenrechte ohne Gerechtigkeit in Gefahr sind. Ein Dreiklang also, der schließlich in den Begriff Demokratie mündet. Zu viel Pathos? Wohl kaum, denn ein Blick auf die tägliche Nachrichtenlage zeigt, dass alle drei Begriffe untrennbar miteinander verbunden sind. Übrigens gilt diese Feststellung nicht nur für Staaten und Gesellschaftssysteme jenseits des Äquators.

© Büro Wickert

Das führt zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass Menschenrechte auch hierzulande nicht automatisch und niemals ohne ein permanentes Bemühen um ihren Schutz wirken können. Wenn wir beim Begriff Gerechtigkeit bleiben, wird dies deutlich. Denn auch in Deutschland klafft eine Lücke zwischen denen, die haben und partizipieren, und denen, die am Rande stehen, ausgeschlossen sind. Es bedarf nur einen Verweis auf Artikel 21 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und die darin enthaltene Formulierung, dass jeder an der Gestaltung des Staates mitwirken kann, um Nachholbedarf zu erkennen.

Nun soll und darf der Blick auf das eigene Land nicht die oft dramatische Situation in vielen anderen Staaten der Erde ausblenden. Natürlich sind andernorts noch viel massivere Verletzungen der Menschenwürde und der Menschenrechte zu konstatieren.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis zeichnet sich nach meiner Wahrnehmung dadurch aus, dass er sich einzig der Sache verschrieben hat – unabhängig davon, wo, wann und in welchem Maße Menschenrechte geschützt und deren Verletzung benannt werden müssen.

Menschenrechte sind kein Thema, das nur „die Anderen“ betrifft. Sie werden spätestens dann zu unser aller Thema, wenn Gerechtigkeit bedroht ist, wenn Freiheit eingeschränkt, wenn Demokratie infrage gestellt wird.

Ich wünsche dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis und vor allem den oft mutigen Filmemachern weiterhin die Aufmerksamkeit, die er und sie verdienen und die nötig ist, um weiterzukommen im Kampf für eine Welt, in der die Würde des Menschen und seine Rechte uneingeschränkt geschützt und geachtet werden.

Für mich als Journalist haben Menschenrechte seit jeher eine vielschichtige, persönliche Bedeutung: Als Korrespondent, Berichterstatter und später Moderator waren Menschenrechte immer wieder Thema. Ich habe meinen Beitrag immer darin gesehen, Öffentlichkeit herzustellen, Menschenrechte zum Thema zu machen; ganz ähnlich dem, was der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis auch tut.


Ulrich Wickert, Autor, Journalist, Moderator, Hamburg

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