SchussWechsel - Fotografen in einem zerrissenen Land
Gewalt, Krieg und Tod zu dokumentieren und der Weltöffentlichkeit zu zeigen,
ist die Aufgabe der Pressefotografen, die in Krisengebieten ihre Bilder
schießen. Ohne Worte legen sie sichtbares Zeugnis ab über die organisierten
Menschenrechtsverletzungen großer und kleiner Kriege. Der Film
„Schusswechsel“ berichtet von ihrer Arbeit und von dem, was in ihren Köpfen
vorgeht, wie sie über die Gefahren denken, denen sie sich aussetzen,
und über die oft schwierigen Entscheidungen, die zwischen der Aufnahme
und ihrer Veröffentlichung liegen.
Es können grausame Bilder sein - aufgenommen unter extremen Bedingungen:
Trotz eines Beindurchschusses macht der palästinensische Bildreporter noch ein Foto von der Kampfstätte - aufgenommen aus der ungewöhnlichen
Perspektive des Mannes, der selber verletzt am Boden liegt.
Ein israelischer Fotograf macht Bilder von einem palästinensischen Angriff,
während ein Kollege neben ihm von einem Schuss getroffen wird. Anderen
wird es schwer, Ereignisse ohne eigene Bewegung zu fotografieren.
Einer muss angesichts der Fotos von Tod und Verletzung weinen und wird
auf einer Beerdigung von seinen Gefühlen überwältigt. Ob ein besonders
grausames Bild – der abgerissene, am Boden liegende Kopf einer Selbstmordattentäterin
– weltweit zur Veröffentlichung freigegeben wird, muss in
Minuten entschieden werden.
Dies ist dennoch keine Story aus dem Abenteuerleben der Kriegsfotografen.
Der Film zeigt die nüchterne und harte Professionalität der Fotografen,
ohne die die schrecklichen Kriegsereignisse nicht zuverlässig zu dokumentieren
wären. In einer Zeit, in der sensationshungrige Heimatredaktionen
versucht sein können, emotionsgeladene Handy-Bilder ungeprüft aus dem
Internet zu laden, wirft der Film in seiner offenen und sachlichen Art Fragen
nach der Wirkung und den Grenzen der dokumentarischen Kriegsberichterstattung
auf, die seine Zuschauer zu nachdenklichen Diskussionen anregen
dürften.














