Holidays - Vom Krieg überrascht
Füße, die Namen in den Sand malen, zwei junge Mädchen auf der Strandpromenade,
ein überbordendes Begrüßungsbuffet der Verwandten – Bilder
einer ganz normalen Urlaubsreise.
Doch statt von ihrem geplanten Urlaub am libanesischen Meer erzählen die
beiden Mädchen Lilian und Nuhr vom Albtraum des israelischen Angriffes
im Sommer 2006, in den sie unvermittelt und zufällig geraten.
Der Film geht, trotz manchmal sparsamer filmischer Mittel, unter die Haut.
Plötzlich bekommen Schlagzeilen ein Gesicht, eine Stimme, einen Namen.
Aus den Urlaubsphotos mit lachenden und albernen Jugendlichen werden
Bilder von weinenden Verwandten, denen der Schock ins Gesicht geschrieben
steht.
Durch die Nüchternheit und Ernsthaftigkeit ihrer Schilderung von Angst und
Flucht erlebt der Zuschauer auf eine sehr persönliche Weise mit, was das
für die betroffenen Menschen heißt: Krieg. Die Form eines chronologischen, quasi tagebuchartigen Erzählens dieser schrecklichen Tage im Juli
2006 lässt einen mitgehen, mitfühlen, hinhören. Die Privatheit der Bilder,
teils unbeschwerte Schnappschüsse aus den Tagen vor dem Angriff, teils
Dokumentation ihres Erlebens und ihrer Flucht, entwickeln ihre Stärke
durch die Intimität und durch den Kontrast. Ein mit einfachen Mitteln gemachter
Film, der berührt.














